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Zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz: Ethische Perspektiven zur Sterbehilfe.

Kontroverse Diskussion zwischen Landesbischof Ralf Meister (Hannover) und Prof. Dr. Winfried Hardinghaus (Berlin) beim Kamingespräch der Diakonie Osnabrück

Das Diakonische Kamingespräch zum brisanten Thema Sterbehilfe musste coronabedingt in diesem Herbst in digitaler Form stattfinden. Das Streitgespräch stand unter dem Motto: „Zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz: Ethische Perspektiven zur Sterbehilfe“ und wurde live über YouTube ausgestrahlt und von über 300 Zuschauern gesehen. In der Diskussion wurde deutlich, wie hoch emotional das Thema Sterbehilfe erlebt wird und ein Konsens innerhalb der Gesellschaft schwierig herzustellen scheint. 

Während Landesbischof Ralf Meister in seinem Impulsvortrag sowie in der anschließenden Diskussion die Entscheidungsfreiheit jedes Menschen in den Vordergrund stellte, vertrat Prof. Dr. Hardinghaus als Palliativmediziner und Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands den Standpunkt, dass Menschen nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben sollten. Der Landesbischof betonte, dass seiner Meinung nach der assistierte Suizid unter bestimmten Bedingungen ein Akt der Barmherzigkeit sein kann. Diese Haltung löste anlässlich des Urteils zur Sterbehilfe des Bundesverfassungsgerichts vom Februar dieses Jahres Kontroversen aus. Vor allem aus der Hospiz- und Palliativarbeit kommt Kritik. Wie weit geht das Recht auf Selbstbestimmung? Was ist mit der Pflicht des Staates, Leben zu schützen? Wie können diese Werte angesichts des Wunsches nach assistiertem Suizid glaubwürdig vertreten werden? All diese Fragen können und konnten nicht abschließend im Konsens beantwortet werden – das Kamingespräch regte jedoch deutlich zum Nachdenken an und stellt mit hoher Wahrscheinlichkeit die eine oder andere Position in Frage.

Das Diakonische Kamingespräch wurde vom Mediendienst der Ev. Jugend Bramsche live unter www.diakonie-os.de übertragen und ist jetzt auf dem YouTube-Kanal der Diakonie Osnabrück Stadt und Land zu sehen. Weiterdiskutieren, Kommentieren und Fragen stellen können Interessierte auch jetzt noch unter der E-Mail-Adresse mitreden@remove-this.diakonie-os.de.

OS-Radio 104,8 Interview mit Prof. Winfried Hardinghaus „Wir sterben wie wir leben“

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