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NACOA Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

In dieser Woche findet deutschlandweit die 11. Aktionswoche zum Thema „Kinder aus Suchtfamilien“ statt. Viele Städte wollen in dieser Woche auf die besondere Situation von Kindern aus suchtbelasteten Familien hinweisen und bieten hierfür besondere Aktionen an.

Auch international hat die Thematik bereits an Ansehen gewonnen, die in den 1970er in den USA verstärkt ins Blickfeld gerückt ist. Zu dieser Zeit sind Kinder aus Suchtfamilien mit ihrem Verhalten auffällig geworden, so dass sie als verletzliche Gruppe in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.

In der Aktionswoche soll es um die Kinder (COAs – Children of Addicts) und ihre Situation in den Familien gehen, da in Deutschland über 2,5 Mio. Kinder unter 18 Jahren bei alkoholkranken und, schätzungsweise, über 40.000 Kinder bei drogenabhängigen Eltern leben und aufwachsen. Im Fokus steht letztendlich eine Verbesserung der Lage der Kinder – sie leiden oft am meisten unter der Sucht. Suchtkranke wollen gute Eltern sein, vielfach ist es ihnen jedoch nicht möglich, da die Gedanken um das Suchtmittel kreisen und bei dem anderen Elternteil die Gedanken um den Süchtigen. Die Kinder nehmen vielfach die Rolle eines „kleinen Erwachsenen“ ein, wollen gerne helfen und stellen ihre Bedürfnisse dabei hintan. Oft wird ihnen aus Scham von den Eltern geraten, nicht über die Thematik in ihrem sozialen Umfeld zu sprechen. Die Kinder ziehen sich zurück und isolieren sich.

Die Aktionswoche soll das Thema aus dem Tabu holen und die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass diese Kinder vor allem Akzeptanz, Toleranz, Unterstützung und Entlastung gerade auch durch ihr soziales Umfeld brauchen. Eine Person, der sie sich anvertrauen können und bei der sie wissen, dass ihre Ängste, Sorgen und Wünsche gut aufgehoben sind.

Zu diesem Zweck plant die Diakonie Osnabrück eine offene Gruppe für Kinder aus Suchtfamilien, die ab April 2020 im zweiwöchigen Rhythmus stattfinden soll. Besonders wichtig ist es hierbei, schöne Momente zu kreieren und mit den Kindern gemeinsam etwas zu erleben. Gemeinsame Freizeitaktivitäten und eine kindgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema „Sucht“ sollen der Schwerpunkt der Gruppe sein – immer mit Absprache der Eltern, aber zum Schutz der Kinder auch mit dem Hinweis, dass das, was in der Gruppe besprochen wird, vertraulich bleibt.
Dem zugrunde liegt der Wunsch, die Kooperation mit anderen Anlaufstellen für diese Zielgruppe wieder zu vertiefen, herzustellen und zu optimieren.

Bei Fragen zur Gruppe oder zu den benannten Themen wenden Sie sich bitte an:
Anna-Lena Drechsler, Fachstelle für Sucht- & Suchtprävention, Lotter Straße 125, Osnabrück, Tel: 0541 940100

Simone Entrup, Niedrigschwelliges Suchthilfezentrum/ FridA, Hermannstraße 1, Osnabrück, Tel: 0541 9154810

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