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Sprachpatenprojekt in Melle gestartet

In einer Welt, die immer vielfältiger und vernetzter wird, spielt die Sprache eine zentrale Rolle. Sie ist der Schlüssel zur Integration, zur Bildung und zum gegenseitigen Verständnis. Genau hier setzt unser ehrenamtliches Sprachpatenprojekt an.

Seit April 2024 läuft in Melle ein neues Sprachprojekt für Geflüchtete, das darauf abzielt, die Freude am Sprechen der deutschen Sprache zu fördern. Aktuell engagieren sich zwölf ehrenamtliche Sprachpaten in sogenannten Sprachtandems, um Geflüchteten die Möglichkeit zu geben, ihre Sprachkenntnisse im Alltag zu verbessern und sich sicherer im Umgang mit der deutschen Sprache zu fühlen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus verschiedenen Ländern, darunter Syrien, die Türkei und der Irak. Ein Beispiel sind die beiden 19-jährigen Mohammads aus Syrien, die sich nach ihrer Ankunft in Deutschland in der Unterkunft wiedertrafen. Sie bereiten sich gemeinsam mit ihrem Sprachpaten Andreas auf die B1- Prüfung vor und wollen anschließend weiterlernen um im nächsten Jahr eine Ausbildung zu beginnen. Auch Yousif aus dem Irak ist Teil des Projekts. Der gelernte Journalist hat sich in den letzten anderthalb Jahren viel selbst beigebracht und nutzt die regelmäßigen Treffen mit seinem Sprachpaten Johan, um die Theorie in die Praxis umzusetzen und hoffentlich bald seinem gelernten Beruf auch in Deutschland nachgehen zu können.

Der besondere Aspekt des Projekts ist der regelmäßige Austausch. Die Sprachtandems treffen sich ein- bis zweimal pro Woche und üben in entspannter Atmosphäre das Sprechen über alltägliche Themen. "Es geht nicht darum, perfekte Grammatik zu lehren, sondern einfach zu reden – über den Alltag, Hobbys oder aktuelle Ereignisse", erklärt Geschäftsbereichsleiterin Petra Buderath.

Dieser Ansatz nimmt sowohl den Sprachpaten als auch den Lernenden den Druck und schafft eine ungezwungene Lernatmosphäre. „Wir bekommen Hilfe und werden super unterstützt, ohne überfordert zu werden“, betont Bernadette, eine der Ehrenamtlichen. Im Gegensatz zu früheren Initiativen für Geflüchtete stehen hier alltägliche Gespräche im Vordergrund, während Behördengänge und andere organisatorische Aufgaben von hauptamtlichen Kräften übernommen werden. Dieser Fokus erleichtert es den Ehrenamtlichen, sich zu engagieren, da sie nicht das Gefühl haben, Experten für Integration sein zu müssen. Es geht vielmehr darum, Begegnungen zu schaffen und Sprachbarrieren abzubauen.

"Integration ist keine Einbahnstraße: Es braucht Engagement auf beiden Seiten, um erfolgreich zu sein“, betont Projektkoordinatorin Barbara Nixdorf.

Um Sprachpate zu werden sind außer einem Interesse am Austausch und mindestens 1 Stunde Zeit in der Woche, keine Voraussetzungen nötig. Die Zuordnung zu einem potentiellen Sprachpaten erfolgt über kein strukturelles System. Es wird versucht ein Matching zu finden, welches für beide Seiten gut passt, denn eine gute Verbindung zwischen Paten- und Schützling ist essentiell für die Freude am Sprechen!

Interessierte, die mehr über das Projekt erfahren oder sich als Sprachpaten engagieren möchten, können sich direkt bei der Projektkoordination Barbara Nixdorf barbara.nixdorf@remove-this.diakonie-os.de melden.

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