Engagement, das verbindet – Weihnachtsbude vor dem Hauptbahnhof
Die Rotary Clubs der Friedensstadt Osnabrück setzen auch in dieser Adventszeit ein Zeichen für Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt. In der Weihnachtsbude vor dem Osnabrücker Hauptbahnhof bieten die Mitglieder selbstgefertigte Geschenkartikel, winterliche Leckereien und handgestrickte Socken zugunsten der Bahnhofsmission an. Der Stand ist bis zum 18. Dezember täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. An den Adventswochenenden öffnet die Weihnachtsbude bereits ab 12 Uhr. Sämtliche Spenden kommen der Bahnhofsmission zugute.
Schon seit Herbst laufen die Vorbereitungen. Zahlreiche Familien des Rotary Clubs Friedensstadt Osnabrück trafen sich an Abenden und Wochenenden, um zu basteln und zu backen. „Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel gemeinschaftliche Energie entsteht, wenn Menschen sich für einen guten Zweck zusammentun“, sagte Sabrina Gühlstorf, die zusammen mit ihrem Mann und den zwei Kindern Till (14) und Jan (11) dabei waren. Jan, mit dem Nudelholz in der Hand, freute sich schon seit Tagen auf diese Backaktion.
In der Evangelischen Familienbildungsstätte wurden rund 200 Tütchen mit Plätzchen gefüllt. Der Duft von gebrannten Mandeln, Zimt und karamellisiertem Zucker erfüllte die Küche, während die Backbleche im Minutentakt aus dem Ofen kamen. „Diese Aktion ist für mich ein wichtiger Fixpunkt im Jahr“, erzählte Kirsten Scherler vom Präsidententeam des Rotary Clubs. „Wir arbeiten Hand in Hand, wir lachen viel – und wir wissen, dass jede Tüte, die wir packen, jemandem etwas Hoffnung schenken kann.“
Das Angebot am Stand ist vielseitig und handgemacht: von traditionellen Vanillekipferln und Spekulatiuskeksen über fein verzierte Zitronensterne bis zu erlesenen Marmeladen. Dazu kommen handgestrickte Socken, kunstvoll gestaltete Weihnachtsmänner und kleine Teelichter. „Viele Besucherinnen und Besucher kommen inzwischen gezielt vorbei, weil sie wissen, dass wir mit viel Sorgfalt und Liebe etwas Gutes tun“, berichtet Julia Kaufhold, die in diesem Jahr zusammen mit der Bahnhofsmission die Organisation der Weihnachtsbude übernommen hat. Sie bedrückt die große Not, die täglich bei der Bahnhofsmission auf Bahnsteig 1 erlebbar ist. „An manchen Tagen kommen bis zu 130 Menschen, die Hilfe benötigen.“
Großes Lob erhält die geschmückte Weihnachtsbude, die im vergangenen Jahr mit Unterstützung der MBN GmbH aus Georgsmarienhütte gebaut wurde. „Die Bude ist vor dem Hauptbahnhof zu einem echten Blickfang geworden und zeigt, wie engagiert die Rotarier hinter der Sache stehen“, sagt Katrin Thiemann, Leiterin der Bahnhofsmission. Rund 40 Ehrenamtliche übernehmen im Wechsel die Betreuung des Standes. „Mich bewegt aufs Neue, wie selbstverständlich und tatkräftig die Rotarier anpacken.“
Seit 2017 unterstützen die Rotary Clubs der Friedensstadt Osnabrück die Bahnhofsmission. „Wir wollen dort helfen, wo Hilfe unmittelbar ankommt – mitten in Osnabrück, bei Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt Christian Bode vom Präsidententeam des Rotary Clubs Friedensstadt Osnabrück. „Jede Spende ist für uns Rotarier ein Beitrag zu mehr Menschlichkeit und Miteinander.“
Die Bahnhofsmission am Gleis 1 ist seit vielen Jahren ein stabiler Ankerpunkt im Hauptbahnhof. Rund 25 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende helfen Reisenden beim Ein-, Aus- und Umsteigen und stehen Menschen in schwierigen Lebenslagen zur Seite. „Immer mehr Menschen kommen zu uns, weil sie sonst keinen Ort haben“, sagt Thiemann. „Ein warmes Getränk, ein kurzes Gespräch, ein Moment des Ankommens – manchmal ist das schon der entscheidende Schritt.“ In der Adventszeit sei der Bedarf besonders hoch: „Für manche beginnt jetzt die schwierigste Zeit des Jahres. Wir möchten ihnen zeigen: Niemand muss allein durch diese Wochen gehen.“
Gerade die Weihnachtszeit stelle viele Menschen vor große Herausforderungen. Während manche Vorfreude und Familienzeit erleben, kämpfen andere mit Einsamkeit, Kälte oder Unsicherheit im Alltag. „Umso wichtiger ist es uns, den Menschen in dieser besonderen Zeit Wärme, Wertschätzung und ein Gefühl von Gemeinschaft zu schenken“, betont die Leiterin der Bahnhofsmission. Sie freut sich über weitere Ehrenamtliche, die diese wichtigen Aufgaben übernehmen. Auch Kleidung und Schlafsäcke werden jetzt im Winter dringend benötigt.
Pressemitteilung von Dr. Utz Lederbogen, Öffentlichkeitsarbeit Rotary Club Friedensstadt Osnabrück
