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Diakonie Osnabrück Stadt und Land setzt sich für Stärkung der Freiwilligendienste ein

Osnabrück. Ein verpflichtendes Dienstjahr für alle Jugendlichen lehnt die Diakonie Osnabrück ab. Die Debatte dazu hatte die CDU-Generalsekretärin, Annegret Kram-Karrenbauer, angestoßenen.

„Statt Verpflichtungen ins Spiel zu bringen, sollte die Bundesregierung zunächst die Mittel für die Freiwilligendienste erhöhen“, fordert Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück. Nach Einschätzung der Diakonie kann im Moment nur etwa die Hälfte der Freiwilligen ein freiwilliges soziales Jahr durchführen, weil die Bundesmittel begrenzt sind. „Wenn man ernsthaft etwas für die Akzeptanz sozialer Berufe tun und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, sollten alle jungen Menschen, die sich freiwillig für soziale Dienste melden, auch die Möglichkeit erhalten, ein freiwilliges soziales Jahr durchzuführen. Da fehlt es schlicht an Geld“, so Pannen.

Ferner ist nicht nachzuvollziehen, dass ausschließlich junge Leute verpflichtet werden sollen, etwas für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu tun. „Die gegenwärtig spürbaren Risse in der Gesellschaft gehen alle etwas an“, betont Pannen. Nach seiner Einschätzung sei die Gesellschaft in der Frage des Umgangs mit Flüchtlingen gespalten, aber auch wegen der ungleichen Verteilung der Belastungen aus der Bankenkrise vor etwa 10 Jahren. „Wenn jeder dritte Euro, den man verdient, für das Wohnen ausgegeben wird, trägt das ebenso zu Spaltungen bei wie Kinderarmut. Das alles lässt sich aber mit einem verpflichtenden Dienstjahr junger Leute nicht kitten.“

Pannen äußert Zweifel daran, den Fachkräftemangel in sozialen Berufen durch ein verpflichtendes Dienstjahr beheben zu wollen. „Da brauchen wir ganz andere Instrumente, als den Zwang zur Pflege!“ Die Attraktivität insbesondere der Pflegeberufe werde Pannen zufolge durch allgemeinverbindliche Tarife, die Erhöhung der Personalquoten in Pflegeheimen und durch Vermittlung von Werten, beispielsweise in der Schule, gesteigert. „Da nützt uns ein verpflichtendes Jahr wenig.“ Angesichts der Kosten für das freiwillige soziale Jahr müsse bezweifelt werden, dass der Vorschlag der CDU wirklich ernst gemeint sei, denn komplette Jahrgänge zu Dienstjahren zu verpflichten, würde den Staat Milliarden kosten.

Die Diakonie Osnabrück Stadt und Land gGmbH ist eine 2016 gegründete Holding. Mit ihr bündelt die Evangelische Kirche in Stadt und Landkreis Osnabrück ihre Angebote der Alten- und Jugendhilfe, Flüchtlingsarbeit und Beratungsdienste. 2.100 Mitarbeitende beschäftigt die Diakonie Osnabrück in mehr als 40 Einrichtungen und 40 Beratungsstellen in Stadt und Landkreis Osnabrück.

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