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Diakonie Osnabrück erwartet mehr Spielraum für Besuche in Pflegeheimen

Am kommenden Mittwoch berät Bundeskanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Bundesländer über die Frage, wie es mit den Ausgangsbeschränkungen angesichts von Corona in Deutschland weitergeht. Die Diakonie Osnabrück erwartet, dass die Ergebnisse der Beratungen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Schutzmaßnahmen vor allem für die Bewohnerinnen und Bewohner in Senioreneinrichtungen und der Möglichkeit, schrittweise zur Normalität zurückzukehren, darstellen. 

Die Diakonie Osnabrück Stadt und Land hat hohen Respekt vor der Verantwortung aller Entscheidungsträger, die am 15. April über die Lockerung von Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren beraten werden. „Wir sind froh und dankbar, dass die bisher getroffenen Regelungen in Deutschland amerikanische und italienische Verhältnisse verhindert haben“, sagt Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück. „Gleichwohl hat jede Maßnahme ihre Nebenwirkung. Die nehmen wir als Diakonie in unserer Arbeit sehr deutlich wahr.“ 

Am stärksten treffen die aktuellen Beschränkungen, wie das Betretungsverbot, die stationäre Altenhilfe. „Hier brauchen wir mehr Spielraum“, so Sabine Weber, die für die Altenhilfe zuständige Geschäftsführerin der Diakonie Osnabrück. „Es muss alles getan werden, hochbetagte und vielfach vorerkrankte Menschen zu schützen. Jedoch zeigen Betretungsverbote schon jetzt ihre negativen Seiten.“ Dazu gehören u.a. das Gefühl der Vereinsamung, die Angst davor, allein und ohne Begleitung Angehöriger sterben zu müssen und die Einschränkung des gemeinschaftlichen Lebens, das gerade in diakonischen Pflegeheimen hohe Priorität habe.

Von der Bundesregierung und den Landeschefs erwartet Weber, „dass geregelte Kontakte zugelassen werden. Wer mit entsprechendem Abstand zu den Bewohnerinnen und Bewohnern, mit Schutzmasken und ohne Krankheitssymptome seine Mutter oder ihren Vater möglichst ohne körperlichen Kontakt in einem Pflegeheim besucht, trägt viel zum Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner bei.“ Da ließe sich viel organisieren, was deren Lebensqualität sehr erhöhen würde.

„Wir wollen gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden vor Ort Kriterien entwickeln, die Isolation und Vereinsamung vermeiden helfen“, so Pannen. Gerade aus der Beratungsarbeit der Diakonie wisse man, welche psychischen und physischen Folgen das strikte Besuchsverbot habe. „Menschen leiden darunter, wenn sie nicht realen Kontakt zu denen haben können, die für sie wichtige Bezugspersonen sind.“

Gleichwohl bleibe auch für die Diakonie Osnabrück der Gesundheitsschutz von Bewohnerinnen und Mitarbeitenden ein hohes Gut. Wichtiger als Betretungsverbote sei dafür allerdings die Bereitstellung ausreichender Schutzausrüstung.

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