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Diakonie Osnabrück begrüßt Corona-App der Bundesregierung – Chancen überwiegen Risiken

Die Diakonie Osnabrück Stadt und Land begrüßt die Corona-App der Bundesregierung. Sie helfe Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Das diene dazu, Bewohnerinnen und Bewohner insbesondere in der Altenhilfe zu schützen. Wenn Mitarbeitende und Angehörige frühzeitig wissen, dass sie Kontaktpersonen sein können, vermeidet das die Infizierung der hoch vulnerablen Personen in den Einrichtungen der Diakonie.

„Die Corona-App ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer Normalität in unseren stationären Altenhilfeeinrichtungen“, sagt Sabine Weber, zuständige Geschäftsführerin der Diakonie Osnabrück Stadt und Land. Es müsse alles getan werden, damit die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenhilfe auch weiterhin geschützt bleiben. Dazu kann auch die Corona-App als Frühwarnsystem beitragen. Wenn Angehörige frühzeitig informiert werden, dass sie Kontaktperson eines Infizierten sein könnten, dann gehen sie auch nicht in die Altenhilfeeinrichtung. „So minimieren wir das Risiko für die Bewohnerinnen und Bewohner. Zugleich ist die App auch für die Mitarbeitenden wichtig“, so Weber weiter. Auch diese könnten trotz sorgfältiger Beachtung aller Abstands- und Hygieneregeln unwissend Träger des Virus sein und die Infektion in die Einrichtungen hineintragen. Auch im Bereich der Jugendhilfe kann der Einsatz der Corona App ein nützlicher zusätzlicher Baustein zur Vermeidung einer Ausbreitung des Virus darstellen. Aufgrund der Lebensphase fällt es gerade auch jungen Menschen nicht immer leicht, alle Abstandsregelungen konsequent umzusetzen.

Zugleich ist sich die Diakonie Osnabrück Stadt und Land auch der Risiken der Anwendung einer solchen App bewusst. „Wie so oft liegen Segen und
Fluch dicht beieinander“, sagt Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück Stadt und Land. Auch wenn er sicher sei, dass die Bundesregierung die App nicht missbrauchen werde, bestehe bei jeder neuen Technologie die Gefahr des Missbrauchs. „Da müssen wir als Gesellschaft sehr aufmerksam hinschauen. Ich hätte es begrüßt, wenn eine zeitliche Begrenzung und die Ziele des Gebrauchs auch gesetzlich fest geschrieben worden wären“, sagt Pannen. Vor allem bestehe die Gefahr, dass sich ein gesellschaftlicher Druck aufbaue, die App installiert haben und das Smartphone bei sich tragen zu müssen, wenn man zu einer öffentlichen Veranstaltung oder in Restaurants gehe. „Die Freiwilligkeit kann leicht unterlaufen werden. Das darf nicht passieren.“

Auch eine Pandemie dürfe nicht dazu führen, Datenschutz zu vernachlässigen oder mehr staatlichen Zugriff auf Gesundheitsdaten der Bürgerinnen und Bürger erlangen zu wollen als unbedingt notwendig. Vor solchen Tendenzen sei zu warnen, erläutert Pannen. „Neue Technologien fordern starke Demokratien!“

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