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Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Osnabrück. Im Februar findet in dieser Woche auch in diesem Jahr wieder eine Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien statt. Es ist die 12. Aktionswoche der NACOA und gerade in diesem Jahr leiden Kinder (COA – Children of Addicts) besonders aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Für viele sind die Kontaktsperren und die Isolation ein Anlass für häuslichen und familiären Stress, wobei die Kinder sich oft in der Rolle der Streitschlichter wiederfinden und für ihre Eltern Verantwortung übernehmen. Durch den 2. Lockdown fallen erneut viele externe Ansprechpartner weg oder der Kontakt läuft schleppender – angespannte Situationen können für die Kinder kaum entschärft oder erträglich gemacht werden. Die aktuellen Zahlen weisen darauf hin, dass beinahe jedes sechste Kind von einer Suchterkrankung in der Familie betroffen ist. Ca. 2,65 Mio. Kinder wachsen mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil auf, ca. 60.000 leben teilweise in einem Haushalt mit einem opiatabhängigen Elternteil. Daneben haben ungefähr ¼ aller pathologischen Glücksspieler ein minderjähriges Kind, das macht ca. 150.000 Kinder glücksspielsüchtiger Eltern. Die Problematik, der diese Kinder ausgesetzt sind, ist dabei keinesfalls neu: bereits in den 1970er Jahren sind die Kinder aus Suchtfamilien in den USA mit ihrem Verhalten auffällig geworden und seitdem immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Da dieses Jahr aufgrund der besonderen Umstände viele Aktionen nicht in Präsenz ausgeführt werden können, hat NACOA Deutschland, angelehnt an ein Konzept aus Großbritannien, geplant „Lunchtime Interviews“ durchzuführen. Auf dem YouTube Kanal werden dabei jeden Mittag in der Aktionswoche spannende Interviews rund um das Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ zu finden sein.

Auch in Osnabrück konnte die geplante Kindergruppe der Diakonie, mit etwas Verspätung, im Herbst 2020 starten. Die Gruppe ist offen gestaltet und für Kinder zwischen 8 – 13 Jahren angelegt, die in ihrer Familie mit Sucht in Kontakt kommen. Sie findet zweiwöchentlich statt. Das eigentliche Ziel der Gruppe sollen ein Schutzraum und eine Anlaufstelle für die Kinder sein, in der sie über ihre Sorgen und Ängste sprechen können. Gleichzeitig wird die Erkrankung Sucht thematisiert und mit den Kindern altersgerecht aufgearbeitet. Auch der Raum für eigene Erfahrungen soll gegeben sein. Daneben wird versucht, ein Ausgleich zum stressigen Alltag der Kinder herzustellen und über Spiel, Spaß und andere Freizeitgestaltungen den Kindern ihre Leichtigkeit zurückzugeben. Ferner sollen Kooperationen mit anderen Anlaufstellen der Zielgruppe optimiert und weiter vertieft werden. Zur Zeit findet die Gruppe aufgrund der Lockdown-Beschränkungen nicht statt, ein Gesprächsangebot für Eltern und Kinder bleibt aber erhalten.

Bei Fragen zur Gruppe oder zum Thema wenden Sie sich gerne an:
Anna-Lena Drechsler (Fachstelle für Sucht - & Suchtprävention, Lotter Straße 125, Osnabrück), Tel: 0541 490100 oder 
Simone Entrup (Niedrigschwelliges Suchthilfezentrum/ FridA, Hermannstraße 1, Osnabrück), Tel: 0541 9154810, FridA: 0541 - 9154807

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