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20 Diakonie Mitarbeitende der Jugendhilfe nach Weiterbildung zertifiziert für Multifamilientherapie

Nach einem Jahr und einem Monat endete für 20 Diakonie-Mitarbeitende die Weiterbildung zur Multifamilientherapie-Trainerin und zum Multifamilientherapie-Trainer. Die feierliche Zertifikatsübergabe bildete den Abschluss der anspruchsvollen Ausbildung – kurz MFT – und gleichzeitig den Auftakt für die Umsetzung in die Praxis.

„Schon vor Abschluss der Ausbildung haben Team-Mitglieder wertvolle Impulse in ihre tägliche Arbeit eingebracht. Allein in unserer Einrichtung haben sich bereits vier Gruppen für die Multifamilientherapie gebildet“, so Gerhard Not-Debbeler, Geschäftsbereichsleiter des Gerhard-Uhlhorn-Hauses über das Engagement der Teilnehmenden und den Erfolg der Weiterbildung.

Den Rahmen der Multifamilientherapie bildet ein Gruppensetting, in dem sich zwischen vier und acht Familien zusammenfinden, die sich unter Anleitung von zwei MFT-Trainerinnen und -Trainern gegenseitig stärken und stützen können. „Das Angebot zielt darauf ab, Familien zu befähigen, eigene Ideen und Lösungsstrategien zu entwickeln und untereinander auszutauschen. Das Ziel ist, dass sich die teilnehmenden Familien als selbstwirksam erleben und ihre Ressourcen gestärkt werden“, erklärt Rabea Drosten von den Ökumenischen Jugendhilfen in Belm. Der MFT-Prozess umfasst mehrere Phasen: Während es im ersten Teil um die Stärkung der Familienidentität und um den Aufbau neuer Unterstützungsnetzwerke geht, stehen in der zweiten Phase das Sichtbarmachen von Bedürfnissen der einzelnen Familienmitglieder, insbesondere der Kinder, im Vordergrund. „Die Gruppensettings sind partizipativ gestaltet, es kommen familienbezogene Übungen zum Einsatz, die das Familiensystem stärken sollen. Außerdem ist der Austausch der Familien untereinander sehr wichtig“, so erläutert Anne van den Berg, stellvertretende Leiterin des Gerhard-Uhlhorn-Hauses. Um diesen Austausch auch außerhalb der Sitzungen zu erreichen, finden zudem externe Treffen zu Ausflügen oder auch Alltagsaktivitäten statt. Anne van den Berg ergänzt: „Die Familien werden gezielt in den Prozess einbezogen und aktiv an der Gestaltung der Gruppen beteiligt, wodurch die Nachhaltigkeit der Maßnahme sichergestellt werden soll.“

Diakonie Geschäftsführer Frank Becker, der das Geschäftsfeld Kinder und Jugend verantwortet, lobte das große Engagement der Mitarbeitenden: „Ich freue mich über das große Interesse unserer Mitarbeitenden an Fortbildungen und neuen Impulsen für die tägliche Arbeit. Das ist nicht selbstverständlich und erfordert immer eine extra Portion Zeit und inhaltliches Engagement von allen Beteiligten über den beruflichen Alltag hinaus.“

Die Multifamilientherapie wird als ergänzende Maßnahme in Kombination zu Hilfeformen der Evangelischen Jugendhilfe Osnabrück angeboten. „Wir wollen sicherstellen, dass die in den MFT-Sitzungen aufkommenden Themen bei Bedarf auch in Einzelsitzungen von einer Fachkraft aufgefangen, ggf. vertieft und weiterbearbeitet werden können“, erklärt Gerhard-Not-Debbeler die Rahmenbedingungen der Multifamilientherapie. Teilnehmen können Familien in allen denkbaren Konstellationen sowie mit Kindern aller Altersgruppen.

Nähere Informationen erhalten Familien im Gerhard-Uhlhorn-Haus unter der Rufnummer 0541 669040.

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