10. Integrationskonferenz des Landkreises Osnabrück
Die diesjährige Integrationskonferenz stand unter dem Motto: Migration und Gesundheit.
Mit fast 100 Teilnehmenden aus Medizin- und Sozialwesen, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft bot die Konferenz Raum für intensiven Austausch zu Fragen von Migration, Gesundheit und Teilhabe.
Mira Marx, Standortleitung des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge (NTFN) in Osnabrück, und Petra Buderath, Psychologin und Geschäftsbereichsleitung der Diakonie Osnabrück Stadt und Land, verantwortlich für das Psychosoziale Zentrum (PSZ) in Melle, stellten in ihrem Forum das Thema Migration und psychosoziale Gesundheit vor. Beide Einrichtungen kümmern sich ausschließlich um geflüchtete Menschen, viele davon mit Traumafolgestörungen.
Frau Buderath berichtete über die Arbeit des Psychosozialen Zentrums in Melle und legte dabei einen Schwerpunkt auf die Auswirkungen der Flucht auf Familien und Kinder. Was macht es mit (traumatisierten) Menschen, wenn Familien in Gemeinschaftsunterkünften auf engem Raum zusammenleben müssen, eventuell keiner Beschäftigung nachgehen dürfen oder ohne deutsche Sprachkenntnisse keinen Arzttermin bekommen? Überhaupt ist das Angebot und der Zugang zum deutschen Gesundheitssystem vielen geflüchteten Menschen nicht bekannt.
„Kenntnisse darüber, wie unser Gesundheitssystem funktioniert, was ein Trauma und Traumafolgestörungen sind, welche Methoden zur Selbstregulierung bei Schlafstörungen und Angstzuständen wirken – all dies wird im Psychosozialen Zentrum in Melle vermittelt“, so Petra Buderath. „Auch wenn wir keine Traumatherapie durchführen, bieten wir doch praktische Hilfen zur psychischen Stabilisierung an und helfen bei der Vermittlung zu Ärzten und Psychotherapeuten“, ergänzt Buderath.
Für ukrainische Kinder bietet das PSZ seit zwei Jahren in Kooperation mit einer Grundschule eine Kindergruppe an, und ebenfalls seit zwei Jahren treffen sich ukrainische Frauen im Rahmen einer Stabilisierungsgruppe, um ihre Fluchterlebnisse, Ängste und Zukunftssorgen zu bearbeiten.
Sprechstunden in den drei Gemeinschaftsunterkünften und die Vermittlung von Sprachmittlern sind ebenfalls Gegenstand der täglichen Arbeit.
