Alles unter einem Dach: Das Integrative Beratungszentrum feiert offizielle Eröffnung im Sandweg 1 in Melle
Bisher waren die verschiedenen Angebote der Diakonie Osnabrück über das Meller Stadtgebiet verteilt. Mit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten sind das Integrative Beratungszentrum mit beispielsweise der Schwangerenberatung und der Erziehungs- und Lebensberatung sowie die Fachstelle für Suchtberatung und -behandlung nun wieder unter einem gemeinsamen Dach vereint.
Diese räumliche Bündelung schaffe vor allem Vorteile für die Menschen vor Ort. Bürgermeisterin Jutta Dettmann hob in ihrem Grußwort hervor, dass durch die Nähe der Dienste die Arbeit „Hand in Hand“ erfolgen könne. Die Stadt Melle freue sich auf die weiterhin enge Kooperation und sehe in der neuen Präsenz eine wertvolle Festigung des sozialen Netzwerks. Neben den kurzen Wegen biete der Standort zudem einen erhöhten Schutzfaktor: Da im Sandweg 1 vielfältige Beratungen stattfinden, bleibt für Außenstehende diskret offen, welches spezifische Angebot Besucher*innen wahrnehmen.
An diesen Gedanken der professionellen Unterstützung knüpfte auch die stellvertretende Superintendentin des Kirchenkreises Melle, Martina Sievers-Gotthilf, an. Sie betonte die Bedeutung der Diakonie Osnabrück als Form der Nächstenliebe, die besonders gesellschaftlich Benachteiligte in den Fokus rücke. Ziel sei eine Beratung auf Augenhöhe, die den Menschen zur Seite stehe.
Wie dieser Anspruch in der Praxis gelebt wird, verdeutlichte Christiane Mollenhauer, Geschäftsführerin der Beratung, Behandlung und Betreuung der Diakonie Osnabrück: „Dieser Ort ist wichtig. Für die Stadt Melle, für die Menschen in der Region – und für all jene, die Beratung, Orientierung und Unterstützung suchen.“
„Unser Integratives Beratungszentrum steht mit seinen Angeboten und besonders mit seiner Lebensberatung für Niedrigschwelligkeit. Damit schließen wir eine Lücke, die im Hilfesystem oft übersehen wird: den Raum vor einer möglichen Therapie.“, so Mollenhauer. Zusätzlich betont die Geschäftsführerin: „Das wir dies nun (wieder) an einem neuen, gut erreichbaren und einladenden Standort tun können, ist ein großer Gewinn. Dieser Ort soll ein Ort des Vertrauens sein – keine Schwelle, keine Angst.“ Sie dankte der Stadt Melle für die gute und lösungsorientierte Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Auch lobte Mollenhauer die bisherige Leitung durch Petra Buderath für den Ausbau des Standorts und hieß Sebastian Niehaus herzlich willkommen, der bereits seit Mai letzten Jahres die Leitung des Integrativen Beratungszentrums innehat. Die neue Leitung blickt dabei auf ein starkes Fundament: Während der Babybesuchsdienst für die Stadt Melle in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiert, blickt die Lebensberatung im kommenden Jahr bereits auf 50 Jahre Geschichte zurück. Das Team des Sandwegs 1 nutzte die Eröffnung, um sich persönlich vorzustellen und betonte somit den Gemeinschaftsgedanken des neuen freundlichen Standortes.
Den fachlichen Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Dipl.-Psychologe Dr. Ulrich Marquard über den Einfluss Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Beratung. Er schilderte zwar die Chancen digitaler Tools, warnte jedoch vor einer rein technischen Lösung in Krisensituationen. Da eine Maschine keine echte Anteilnahme oder Beziehungsarbeit ersetzen könne, bleibe der reale Raum wie im Sandweg 1 für den persönlichen Heilungsprozess der Seele unverzichtbar.
Die Öffnungszeiten der Beratungsstelle sind hier zu finden:
