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Angebote und Leistungen

Ziel unserer Arbeit ist es, dass sich die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ihrer aktuellen Notlage heraus entwickeln können und nach Beendigung der Betreuung und Förderung ein selbstverantwortliches Leben führen oder in ihre familiären Bezüge zurückkehren können.

Wem wir helfen können

Die koedukativ ausgerichtete Wohngruppe Lichtenbergstraße ist besonders geeignet für eine Betreuung und Förderung von Jungen und Mädchen, bei denen familiäre Beziehungskonflikte und Kommunikationsprobleme eine mindestens vorübergehende räumliche Trennung/Distanz durch eine Fremdunterbringung notwendig erscheinen lassen. Infolge der Familiengeschichte und -strukturen bedürfen sie häufig für ihre weitere Persönlichkeitsentwicklung professioneller Hilfe und Unterstützung. Teilweise gilt es für die Jugendlichen auch, aus der Distanz zu ihrer Familie und unter Zuhilfenahme professioneller Hilfe wieder lernen zu können, aufeinander zuzugehen bzw. die „andere Seite“ wahrzunehmen, zu respektieren und diese nicht mehr nur negativ zu erleben.

Als Indikatoren für die Notwendigkeit einer Unterbringung werden in den meisten Fällen typische Auffälligkeiten wie Beziehungsstörungen, Schulschwierigkeiten, aggressives Verhalten, Verwahrlosungstendenzen, Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Diebstähle, Lügen, Weglaufen etc.), Essstörungen, zeitweiliger missbräuchlicher Umgang mit leichten Drogen und/oder Alkohol oder starke Pubertätskrisen als Problembereiche von den Eltern und den SozialarbeiterInnen der Jugendämter benannt.

Im Hintergrund stehen häufiger vielfältige Alltagsprobleme wie, drohende oder bestehende Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, Partnerschaftsprobleme/Mehrfachbelastung Alleinerziehender, sexueller und/oder körperlicher Missbrauch, Probleme im Umgang mit Suchtmitteln, zu wenig Zeit füreinander, zu wenig Zuwendung und Geborgenheit, Werte- und Normenwandel, „Wohlstandsverwahrlosung“. 
Im Zusammenhang mit der Förderung der Jugendlichen werden die Beziehungen zu Eltern, Geschwistern und weiteren Angehörigen des Umfeldes und ihrer entsprechenden Rollen und Funktionen im Familiensystem in den Fokus der Förderung miteinbezogen. Vor diesem Hintergrund werden diese Personen - soweit möglich - in den sozialpädagogisch-systemischen Förderprozess im Rahmen auch aufsuchender Elternarbeit integriert.

Womit wir helfen können

Zunächst geht es häufig um die Vermittlung einer emotionalen und sozialen Sicherheit der/des Jugendlichen, die von der Gesamtgruppe getragen wird. Dazu bieten regelmäßige Abläufe in der Tages- und Wochenstruktur einen neuen Halt und gute Orientierung. In einer akzeptierenden Atmosphäre können sich die Jugendlichen für neue Erfahrungen, Beziehungen und Perspektiven öffnen. Sie erhalten Anleitung und Begleitung, Hilfe und Beratung bei der notwendigen Alltagsbewältigung. Dies dient der Stärkung ihres Selbstbewusstseins und der Entwicklung eines gesunden Sozialverhaltens und entsprechender Identitätsfindung. Im Zusammenleben und bei der Gestaltung des neuen Umfeldes sollen individuelle Fähigkeiten entdeckt, erkannt und sowohl in der Gruppe als auch durch Vermittlung externer Angebote gefördert bzw. ergänzt werden.

Mit einem Bezugsbetreuer werden Defizite gezielt aufgearbeitet und die im Hilfeplan angestrebten Ziele durch eine ausgearbeitete Erziehungsplanung in kollegialer Abstimmung und unter Einbeziehung der erzieherischen Komponente „Gruppe“ umgesetzt. Um das Ziel der familiären Konfliktlösung zu erreichen, wird zwischen Familie und unseren Fachkräften eine möglichst offene und vertrauensvolle Beziehung angestrebt. Unter Berücksichtigung der Gesamtsituation der Familie, die in engem Zusammenhang mit den Problemen der Jugendlichen steht, werden in Gesprächen mit den Jugendlichen und in Gesprächen der Familienberaterin mit den Familien die notwendigen Informationen gewonnen, aber insbesondere Entwicklungen bzgl. einer familiären „Neu“strukturierung angeschoben, um den Jugendlichen im Rahmen ihrer Loyalität zu ihren Familien eine Entwicklungsmöglichkeit zu geben. 
Auf diese Weise wird angestrebt, dass der Jugendliche aus der Gruppe gut vorbereitet in eine selbstverantwortliche Lebensführung entlassen wird (u.U. über den Zwischenschritt einer Betreuung mittels des von der Einrichtung angebotenen Betreuten Wohnens) oder aber den Weg zurück in die Familie findet.

Insgesamt sehen wir unsere Aufgabe darin, die Persönlichkeit der jungen Menschen zu stabilisieren, ihnen Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltages zu vermitteln, Zukunftsperspektiven (Schule / Beruf) mit ihnen zu entwickeln, tragfähige Beziehungen aufzubauen und sie zu schützen auch im Sinne von § 8a SGB VIII.

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