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Angebote und Leistungen des Hauses am Schlehenbusch

Junge Menschen die (noch) nicht alleine leben können

Wir nehmen vorrangig weibliche und männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von ca. 15 - 21 Jahren mit einer drohenden oder nachgewiesenen seelischen Behinderung bei häufig paralleler Lernstörung nach den §§ 35a und 41 SGB VIII in Verbindung mit §34 SGB VIII auf. Die Angebote stehen auch Jugendlichen im Rahmen der Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII i.V. mit § 55 SGB IX zur Verfügung. Finanziert wird die Betreuung durch das zuständige Jugend-, ggf. Sozialamt.

Auf den Rahmen kommt es an

Aufgenommen werden entwicklungsbeeinträchtigte Jugendliche und junge Volljährige mit Verhaltens- und emotionalen Störungen. Insbesondere seien hier erwähnt: Lernbehinderungen, Störung des Sozialverhaltens, Bindungsstörungen, hyperkinetische Störungen, psychotische Störungen, Traumatisierungen nach Gewalt- und Missbrauchserfahrungen, Angst und Zwangsstörungen. Das Angebot im Haus am Schlehenbusch richtet sich zudem an psychisch kranke junge Menschen die im Rahmen der Psychoedukation und Stabilisierung nach einem Klinikaufenthalt einer Anschlussmaßnahme bedürfen.

Orientierung geben

Ziel ist es für uns, die jungen Menschen langfristig auf eine eigenständige Lebensführung vorzubereiten und damit weitestgehend unabhängig von weiteren Hilfen zu machen. In diesem Sinne verstehen wir die lebenspraktische Alltagsbewältigung als einen wichtigen Teil des Weges in die Selbstständigkeit. Wir führen Jugendliche zur Berufsreife, indem wir ihnen helfen, ihre beruflichen Interessen und Fertigkeiten zu erkennen und die gleichzeitig notwendige Belastbarkeit zu erlernen. Unsere Förderung endet nach Erarbeitung einer realistischen Arbeits- bzw. Beschäftigungsperspektive mit der Anbahnung der langfristigen beruflichen Integration.

Ergänzende Hilfen unter einem Dach

Im Rahmen unseres Konzeptes halten wir unterschiedliche Leistungsangebote vor, die sich ergänzen oder aufeinander aufbauen. Neben der schulischen/ beruflichen Förderung werden integrativ heilpädagogische, familientherapeutische, verhaltenstherapeutische und lösungsorientierte Ansätze für die Förderung der jungen Menschen in pädagogisches Handeln umgesetzt.

Wege in die Verselbstständigung

Mit dem Beginn der Fördermaßnahme werden die Jugendlichen in der Regel in einer heilpädagogisch-therapeutischen Wohngruppe aufgenommen und besuchen gleichzeitig unsere internen Berufsbildenden Schulen. Im weiteren Verlauf der Hilfe können sie in andere Wohnformen (Mobile Betreuung, Verselbstständigungsgruppen und Betreutes Wohnen) wechseln.

Konkretere Informationen finden Sie unter den entsprechenden Leistungsangeboten:

Heilpädagogisch-therapeutische Wohngruppen

Die heilpädagogisch-therapeutischen Wohngruppen teilen sich in zwei Wohnbereiche mit jeweils 12 Plätzen für junge Frauen und 12 Plätzen für junge Männer. Diese Wohnbereiche gliedern sich wiederum in zwei Wohngruppen mit jeweils sechs Plätzen.

Dieses Angebot richtet sich besonders an junge Menschen, die in ihrer Entwicklung beeinträchtigt und letztendlich von langfristiger gesellschaftlicher Ausgrenzung bedroht sind.

Wir bieten vor allem eins: verlässliche Orte, die ihren Bewohnern Schutz geben. Kleine therapeutische Wohngruppen stärken soziale Kompetenzen und geben verlässlichen Halt auch bei persönlichen Krisen. Um die jungen Menschen kümmert sich ein Betreuungsteam, das eng mit den Angehörigen zusammenarbeitet.

Individualförderbereich

Der Individualförderbereich umfasst insgesamt 10 Plätze aufgeteilt in zwei Wohngruppen. Es leben jeweils vier und sechs junge Menschen in einer Wohngemeinschaft.

In unserem Individualförderbereich können wir Jugendliche und junge Erwachsene im Anschluss an einen Psychiatrieaufenthalt intensiver betreuen. Das erfahrene Betreuerteam wird von einem Diplom-Psychologen unterstützt. Das Team ist darin spezialisiert, neben der pädagogischen Förderung, die psychiatrische Versorgung sicherzustellen. Schwerpunkte der Betreuung sind die Psychoedukation und die individuelle Vernetzung pädagogischer, therapeutischer und psychiatrischer Hilfen.

Die möglichst transparente und intensive Einbeziehung der Angehörigen ist hierbei für uns Leitlinie und Fundament eines systemischen Selbstverständnisses.

Mobile Betreuung

Die Mobile Betreuung umfasst 6 stationäre Plätze in Einzelwohnungen für junge Frauen und junge Männer. Dieses Angebot richtet sich an junge Menschen, denen es schwer fällt in einer Gruppe zu leben und dennoch intensiver pädagogischer und therapeutischer Betreuung bedürfen.

In der Mobilen Betreuung bieten wir für Jugendliche und junge Erwachsene ein bedarfsorientiertes Betreuungsmodell, welches sich in verschiedene Betreuungsstufen differenziert. Ergänzend zur pädagogischen Förderung beinhaltet dieses Angebot auch regelmäßige therapeutische Unterstützung.

Verselbstständigungsgruppen

Die Verselbstständigungsgruppen umfassen je vier Plätze für junge Frauen und vier Plätze für junge Männer.

In unseren Wohngruppen zur Verselbstständigung beraten und begleiten wir Heranwachsende auf dem Weg in ein eigenverantwortliches Leben. Wir unterstützen sie dabei, sich zurechtzufinden: in ihrer Lebenswelt, in der Arbeitswelt und ihrer Gefühlswelt. Wir fördern ihre Stärken und helfen ihnen, mit ihren Schwächen zu leben.

Betreutes Wohnen

Im Betreuten Wohnen leben in der Regel junge Volljährige, die bereits einer Beschäftigung nachgehen und für ihren Lebensunterhalt selbst verantwortlich sind. Unsere Hilfen werden dabei schrittweise reduziert und konzentrieren sich insbesondere auf die Unterstützung der Alltagsbewältigung, der sozialen Einbindung und der Behördenangelegenheiten. Ziel ist hierbei, eine möglichst vollständige Verselbstständigung in allen Bereichen des persönlichen und beruflichen Lebens.

Individuelle erzieherische und therapeutische Hilfe

Starre Leistungsangebote entsprechen nicht immer dem tatsächlichen Bedarf der Betroffenen. Grundsätzlich stehen wir als flexible Jugendhilfeeinrichtung für kreative Lösungen außerhalb des bestehenden Regelangebotes zur Verfügung. Unser multiprofessionelles Helferteam, welches über differenzierte pädagogische, therapeutische und schulisch/ berufliche Kompetenzen verfügt, ist gerne bereit in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt und den Angehörigen ein tragfähiges Hilfsangebot zu entwickeln.

Die Berufsbildenden Schulen im Haus am Schlehenbusch

Die Berufsbildenden Schulen im Haus am Schlehenbusch sind staatlich anerkannte Ersatzschulen. Unser kleines, mit durchschnittlich 22 Jugendlichen sehr übersichtliches Berufsvorbereitungsjahr für soziale und emotionale Entwicklung ist eine einjährige Vollzeitschulform. Das Berufsvorbereitungsjahr ist für Heranwachsende gedacht, die nach dem Sekundarbereich I mit dem Beginn einer Berufsausbildung oder dem Besuch einer öffentlichen Berufsbildenden Schule noch deutlich überfordert sind.

Wir begleiten die berufliche Perspektiventwicklung

Der Schulbesuch ist in der Regel an die Aufnahme in den stationären Wohngruppenbereich gekoppelt. Zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus den Wohngruppen und dem begleitenden Dienst befähigen wir die jungen Menschen, möglichst selbstbestimmt eine Beschäftigungsperspektive zu entwickeln. Sie profitieren von dieser intensiven Netzwerkarbeit, erfahren Achtsamkeit, Schutz, Orientierung und beharrliche Erziehungsarbeit.

Im Rahmen des Berufsvorbereitungsjahres führen wir folgende Berufsfelder: Hauswirtschaft und Pflege, Lebensmittelhandwerk und Gastronomie, Farbtechnik und Raumgestaltung, Textiltechnik und Bekleidung sowie Agrarwirtschaft. 
Im Laufe eines Schuljahres lernen die Jugendlichen zwei Berufsfelder kennen.

Im Zentrum steht der fachpraktische Unterricht, um mit Zeit und Muße Arbeitstugenden und sozial erwünschtes Verhalten einzuüben und die Gewöhnung an einen kontinuierlichen Arbeitsprozess zu unterstützen. 
Grundlage für die Arbeit im Berufsvorbereitungsjahr ist die individuelle Förderplanung; jeder Jugendliche verfügt über ein individuelles Kompetenzprofil, dass es innerhalb des Schuljahres zu entdecken gilt.
Für besonders leistungsbereite Jugendliche besteht ein Angebot, den Hauptschulabschluss im BVJ zu erwerben. Nach dem BVJ-Besuch ist die Schulpflicht beendet.

Unterstützende Beziehungsarbeit

Die gestörte Lern- und Leistungsbereitschaft unserer Jugendlichen ist häufig eine Folge massiver Beziehungsstörungen. Dort, wo die Lebensprobleme die Lernbereitschaft überlagern, ist unsere Fürsorge und Beziehungsarbeit wichtig. Damit Teilhabe trotz Einschränkung in der Lebensvielfalt gelingen kann, stehen wir den jungen Menschen zur Seite, rechnen und arbeiten mit ihrem Widerstand und ermutigen sie, jeden Tag neu anzufangen.

Wir glauben an unsere „Stärken“ und geben sie nicht auf

Ein gutes Lehrer-Schüler-Bündnis auf Augenhöhe ist unser Bestreben. Mit Empathie, Präsenz, Selbstkontrolle und Beharrlichkeit übernehmen wir Beziehungsverantwortung, überwinden Eskalationsdynamiken ohne auf eine konfrontative Positionierung gegenüber destruktiven Verhaltensweisen zu verzichten.

Wir verstehen Vielfalt als Bereicherung

Das Aufrichten und Stabilisieren der Persönlichkeiten der Heranwachsenden ist für uns der Mittelpunkt unserer Arbeit und die Basis für ihre Ausbildungsreife. Berufliche Grundlagenbildung und die persönliche Weiterentwicklung in einem familiären, beachtenden und wertschätzenden Schulrahmen geben dem Leben der Jugendlichen neue Dynamik, Würde, Sicherheit und Bestätigung.

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