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Volle Kraft voraus – Glücksspielfrei on tour! Glücksspiel-Aktionstag am 29.09.2021

In Niedersachsen können rund 45.000 Menschen als glücksspielsüchtig bzw. -gefährdet bezeichnet werden (BZgA 2020). Aus diesem Grund fand am Mittwoch den 29.09.2021 zum elften Mal der Glücksspiel-Aktionstag statt. Immer am letzten Mittwoch im September wird mit besonderen Aktionen die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert.

 

In diesem Jahr wendet sich die Aktion insbesondere an LKW-Fahrer. Da diese oft lange Pausenzeiten einhalten und ihre Zeit auf einer Raststätte verbringen müssen, sind sie eine häufig gefährdete Gruppe. Es gibt kaum noch Autobahnraststätten ohne Geldspielgeräte oder angeschlossene Spielstätte.

Deshalb haben sich die drei Kolleginnen aus der Suchthilfe der Diakonie Osnabrück Stadt und Land Nicole Müller, Rhea Schmidt und Nisa Kantar am Mittwochnachmittag auf dem Autohof Osnabrück-Hafen aufgehalten, um Stoffbeutel mit Infomaterialien an die Fahrer und Fahrerinnen zu verteilen und um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Schon nach kurzer Zeit wurde deutlich, wie gefährdet diese Berufsgruppe ist und was dies für Konsequenzen nach sich ziehen kann. So berichtet beispielsweise ein LKW-Fahrer von einem Kollegen, der aufgrund seiner Spielsucht „Haus & Hof“ verloren habe und jetzt in seinem Auto lebe. Wiederum ein anderer berichtet, dass er lange Zeit selbst glücksspielsüchtig gewesen sei und jetzt aufgrund des Wechsels vom Fern- in den Nahverkehr nicht mehr die langen Pausenzeiten an der Raststätte überbrücken müsse sondern Zeit habe, um beispielsweise ins Fitnessstudio zu gehen und sich dort einen Ausgleich zu schaffen. Viele berichteten, dass sich LKW-Fahrer*innen ihre Raststätten sogar gezielt nach Spielmöglichkeiten aussuchten.

Es wird offenkundig durch die zahlreichen Gespräche mit den Fahrern und Fahrerinnen, dass das Glücksspiel als Zeitvertreib dient und nun durch das legale Online-Glücksspiel mit einem Klick rund um die Uhr und bequem genutzt werden kann. Viele LKW-Fahrer*innen bemängeln das fehlende Angebot zur Freizeitgestaltung an Autohöfen und Raststätten und fordern, in diesem Bereich Maßnahmen zu ergreifen.

Für die Kolleginnen der Suchtberatungsstelle der Diakonie war die Aktion ein voller Erfolg. Sie kamen mit zahlreichen Fahrer*innen ins Gespräch, die in erstaunlicher Offenheit über das Thema Glücksspielsucht sprachen und konstruktive Vorschläge für Veränderungen machten.

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