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Unser Corona - Rückblick

Ergebnisse Jahresrückblick 2020 mit den Kindern des vierten Jahrganges. Die Befragung hat ausschließlich mit den Kindern stattgefunden, die in der Notbetreuung waren.

Es wurden verschiedene Themenpunkte festgelegt:

Tragen der Masken

Als positiv benannten alle Kinder, dass sie sich nicht so oft mit Erkältungen oder anderen Viren angesteckt haben. Auch wenn Kinder in unmittelbarer Nähe geniest oder beim aufgeregten Reden eine feuchte Aussprache hatten, fühlten sich vereinzelte Kinder mit Maske wohler als ohne Maske.

Als negativ wurde von den Schüler*innen benannt, dass ihnen das Atmen mit der Maske schwerer fällt und sie schlechter Luft bekommen. Durch die Masken kam es in einzelnen Situationen zu Missverständnissen und Streitigkeiten zwischen den Kindern, da sie nicht so deutlich verstehen konnten, was der/die Andere gesagt hat.

Veränderter Tagesablauf im Nachmittagsbereich (Wegfall der Lernzeit und der AG`s)

Ausnahmslos alle Schüler*innen erlebten es als sehr positiv, dass die zeitliche Taktung durch den Wegfall von Lernzeit und AG´s nicht mehr gegeben war. Sie beschrieben den Tagesablauf mit eigenen Worten als entspannter, weniger stressig und nicht so anstrengend. Zitat: “[…] ich fühlte mich sonst so gehetzt, da ich nach der Lernzeit sofort zur AG musste und sofort meine Schulsachen einräumen, meinen Platz aufräumen, meine Schuhe und meine Jacke anziehen musste und am Ende kam ich trotzdem zu spät, auch wenn ich mich beeilt habe.“

„Immer schnell schnell schnell…“

Vereinzelte Kinder fanden es gut, dass in der Notbetreuung die Möglichkeit bestand, auch mal früher nach Hause gehen zu können (z.B. wenn ein Elternteil schon vor Betreuungsende (16:30/17:30) zu Hause war). Diese tägliche Flexibilität ist im normalen Ganztagesbetrieb so nicht gegeben.

Das Ausfallen der AG`s wurde von allen Schülern sehr bedauert. Zum einen gaben sie an, das vielfältige Angebot zu vermissen, aus dem sie hätten wählen können, was sie machen wollen. Hier beschrieben sie es so, dass ihnen die Vorfreude auf das was kommt, genommen worden ist. Zum anderen wurden fortlaufende AG`s wie z.B. Schach und Karate unterbrochen, wodurch es ihnen nicht mehr möglich war, dass bereits erworbene Können zu erweitern. Dies empfanden alle Schüler*innen für sich persönlich als Nachteil.

Viele beschrieben, dass die AG´s auch als Orientierung im Wochenverlauf erlebt wurden. Durch die gewählten AG´s wussten sie, was sie an den einzelnen Tagen machen werden. So konnten sie sich auf das, was sie erwartet einstellen. Dieses “sich Einstellen auf das, was mich in der Woche erwartet“ wurde von fast allen Kindern vermisst. Ebenso fehlte vielen die tägliche Abwechslung, die durch die AG´s gegeben war.

Alle Schüler*innen beklagten, dass ihnen der Kontakt, den sie in den AG´s auch zu Schüler*innen aus anderen Klassen und Jahrgängen hatten, in der Jahrgangskohorte fehlt. Zum Beispiel fehlte einigen Kindern das Fussballspielen mit Kindern aus den anderen Gruppen, oder es fehlte ihnen die gemeinsame Spielmöglichkeiten mit ihrem Geschwisterkind.

Feste Raumzuweisung am Nachmittag

Die Betreuung des vierten Jahrganges findet nachmittags in einem Klassenzimmer statt.

Die Schüler*innen vermissten die Abwechslung, die in den OGS Räumen gegeben ist, wie z.B. in der Bauecke mit Lego zu spielen, zu Kickern oder mit den vielen unterschiedlichen Materialien in den OG´s Räumen zu basteln. Es fehlte ihnen die Möglichkeit zwischen den Räumlichkeiten wechseln zu können und sie vermissten den Kontakt zu den anderen Mitarbeitenden der OGSplus. Grundsätzlich ist es aber für alle Schüler*innen in Ordnung, dass sie im Klassenzimmer betreut werden. Sie haben sich den Raum zu eigen gemacht, wissen wo alles ist und meldeten uns zurück, dass sie auch aufgrund der kleineren Gruppengröße im Klassenraum gut zufrieden sind, immer genügend Platz zum Spielen haben und es nicht so laut ist.

Essen im Mehrzweckraum

Die Mehrzahl der Schüler*innen gab diese Rückmeldungen:

Oft zu laut und manchmal zu viele Kinder.

Im Winter durch das viele Lüften oft zu kalt.

Im Sommer flogen durch das viele Lüften oft Wespen oder Bienen in den Raum (das machte einigen Kindern Angst und bereitete vielen Stress).

Manchmal war das Essen kalt, weil es in den Schüsseln nicht lange warm blieb und im Winter die kalte Luft beim Lüften noch dazu kam.

Manchmal musste man warten, weil das Essen noch aus der Mensa geholt werden musste.

Manchmal war keine Zeit mehr, sich noch einen Nachschlag zu holen

Wenn nur wenige Kinder da waren, gefiel es allen gut, da es dann viel ruhiger war als in der Mensa.

Essenssituation während der Notbetreuung

Während der Notbetreuung (Szenario B und Szenario C) war die Mensa geschlossen. Die Kinder wurden mit dem von ihnen mitgebrachten Essen versorgt. Eine Möglichkeit das Essen in der Mikrowelle warm zu machen war gegeben und wurde täglich genutzt. Den Vorteil bei dieser Essensituation sahen die Schüler*innen vor allem darin, dass sie sich mehr Zeit für das Essen nehmen konnten und so auch mehr Zeit blieb sich miteinander zu unterhalten. Viele benannten es als Vorteil, Essen mitbringen zu können, dass sie kennen und mögen. Als Nachteil empfanden einige Schüler*innen, die fehlende Möglichkeit sich einen Nachschlag holen zu können. Den Kindern gefällt es, wenn sie alle gleichzeitig mit dem Essen beginnen. Da jedes Essen einzeln in der Mikrowelle aufgewärmt werden musste, kam es hier zu Wartezeiten, die vereinzelte Kinder als nachteilig beschrieben. Viele gaben die Rückmeldung, dass das frische Essen in der Mensa besser schmeckt als das aufgewärmte Essen aus der Mikrowelle (vor allem bei Pizza). Ein Großteil der Kinder beschrieb, wie sie erlebten, dass ihre Mütter zuhause gestresst und genervt waren, wenn sie nach einem anstrengenden Arbeitstag erschöpft nach Hause kamen.

Anmerkungen der Mitarbeitenden

Die Befragung zeigte die Fähigkeit der Kinder sich mit den gegebenen Veränderungen zu arrangieren. Alle Schüler*innen konnten trotz der Dinge die sie vermissen, bei allen Punkten auch Positives benennen. Dies ist im Zusammenhang mit der Gegebenheit zu sehen, dass die befragten Kinder in der Notbetreuung tägliche Kontakte zu anderen Mitschülern hatten und die dort möglichen Spiel- und Förderangebote des sozialen Miteinanders wahrnehmen konnten.

Eine Befragung der Schüler*Innen, die nicht in der Notbetreuung waren, konnte im direkten Kontakt nicht durchgeführt werden.

 Marianne Steenken und Matthias Wolf, Sozialpädagogische Fachkräfte

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