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Spendenübergabe an den Verein Kinder in Not Osnabrück e.V.

Am 30.08.2021 fand turnusmäßig die Mitgliederversammlung des Vereins Kinder in Not Osnabrück e.V. statt.

Der Verein wurde 2006 gegründet, nachdem die NOZ (Frau Ulrike Schmidt) im Herbst 2005 über die Missstände in der Hartz IV-Regelung hinsichtlich der in den Regelbeträgen fehlenden Mittel für Schulmaterial bei Kindern in armen Familien berichtete.

 

Der Verein sammelt seit dem Spenden, um diesen Kindern das erforderliche Schulmaterial bezahlen zu können. Im Rahmen des Vorstandsberichtes bedankte sich der Vorsitzende Robert Seidler bei den Osnabrücker BürgerInnen, die in diesen 15 Jahren den Verein in außergewöhnlicher Weise unterstützt haben und dem Verein mit Spenden die erforderlichen Mittel zur Verfügung gestellt haben. In den vergangenen drei Jahren der abgelaufenen Vorstandszeit von 2018-2021 konnten Spendeneinnahmen i.H.v. 302.000 € erreicht werden, mehr als in den vorangegangenen Jahren. Grund dafür war mit die Weihnachtsaktion der Osnabrücker Nachrichten im Winter 2020/2021 mit allein 143.000 € an Spendeneinnahmen.

In der Versammlung übergab Michael Steinberg einen Scheck über 1.000 € der Niels-Stensen-Kliniken, die den Verein seit vielen Jahren ununterbrochen unterstützen, in allen Kliniken sind dazu Spendendosen aufgestellt.

Über die gesamten 15 Jahre des Bestehens des Vereins ergibt sich damit eine Gesamtsumme ein Spendeneinnahmen von gerundet 1 Million €. Mit diesen Beträgen wurden ca. 9.000-10.000 Kinder bisher unterstützt, davon mehr als 1000 Kinder, die das Abitur nur haben machen können, weil der Verein die Schulmaterialkosten übernommen hat.

„Wenn jemand 2006 gesagt hätte, dass wir über diesen Zeitraum ein derartiges Spendenvolumen erreichen werden, hätte man das nicht geglaubt, aber die Spendenbereitschaft der Osnabrücker Bevölkerung ist enorm, die Menschen wissen, welche Erforderlichkeit im Bereich der Bildung für Kinder aus armen Familien besteht. Ich würde mich darüber freuen, wenn auch die Politik das endlich verstehen würde und entsprechend diesen Notwendigkeiten reagieren würde. Nachdem zunächst keine Beträge für Bildung in den Regelsätzen (RBEG - Regelbedarfsermittlung) enthalten waren und dann zunächst ab 2011 Cent-Beträge eingesetzt wurden, die zwischenzeitlich wieder verringert wurden, liegen diese Beträge heute bei 0,64 € mtl. bis 1,56 € mtl. je nach Altersgruppe, hinzu kommt das Schulbedarfspaket mit jährlich 150 €, sodass diese Schulkinder auf einen durchschnittlichen Betrag monatlich i.H.v. 13,14 € bis14,06 € kommen. Damit können Schulmaterialkosten nicht bestritten werden. In Wahlkämpfen hören hierzu immer wieder die Forderungen, dass Bildung nichts kosten darf und auch Kindern aus armen Familien alle Bildungsmöglichkeiten offenstehen müssen, wenn es dann aber um die Finanzierung geht, dann haben Kinder offensichtlich keine Lobby. Ich habe u.a. versucht, dies mit der Kinderkommission des Deutschen Bundestages zu besprechen, auf meine schriftliche Anfrage erfolgte die Antwort, dass an einem Gespräch kein Interesse besteht. Dann frage ich mich, wozu die Kinderkommission des Deutschen Bundestages überhaupt eingerichtet worden ist. Wir werden deshalb mit dem Verein weitermachen, bis diese Frage politisch gelöst worden ist.“

In dem Zusammenhang ist bis heute ungeklärt, welche Mittel aus dem BSHG für die Ausstattung armer Kinder auch mit digitalen Endgeräten zur Verfügung gestellt werden. Diese digitalen Endgeräte gehören heute zum normalen Schulalltag wie jedes Fachbuch. Während der Pandemiezeit ist dieses Problem überlappt worden durch die Bestimmungen des Digitalpaktes, wenn aber die Pandemiezeit jetzt ausläuft, stellt sich das Problem neu für die in aufsteigende Klassen und damit digital Klassen neu hinzukommenden Schüler.

Bei der turnusmäßigen Neuwahl des Vorstandes erfolgte eine Wiederwahl: Robert Seidler (Vorsitzender), Monika Schnellhammer (Caritas) und Christiane Mollenhauer (Diakonisches Werk (als Stellvertreter).

(Text: Robert Seidler)

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