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Innovativ aus Tradition: Teilnehmer des 1. Diakonischen Kamingesprächs diskutieren über soziale Innovationen als Herausforderung für Politik und Wohlfahrtspflege

Osnabrück. Was braucht Wohlfahrtspflege, um innovativ zu sein? Wie sieht der Beitrag der Diakonie dazu aus? Was können Kommunen tun, um in ihrer Region soziale Innovationen zu fördern? Wie können Wirtschaft und Wohlfahrtspflege gemeinsam innovativ sein?

Diese und weitere Fragen diskutierten etwa fünfzig geladene Gäste beim ersten Kamingespräch der Diakonie Osnabrück auf der Schelenburg im Osnabrücker Land. Nach der Begrüßung durch die Hausherrin Dr. Dorothee Kellermann von Schele und der Eröffnung des Kamingesprächs durch Gastgeber Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück, bildete der Impulsvortrag von Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann den inhaltlichen Auftakt des Abends.

Die Sozialministerin betonte darin besonders, dass in einem Flächenland wie Niedersachsen Digitalisierung ein wichtiges Thema sei, um die wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung zu sichern.

„Mit dem Masterplan Digitalisierung bringen wir Unterstützungssysteme für das selbstbestimmte Leben im Alter, die landesweite Einrichtung des Krankenhausinformationssystems „IVENA“ und innovative Projekte in der Telemedizin voran“, erklärte die Ministerin.

Bei der Entwicklung neuer Versorgungsmodelle seien die Wohlfahrtsverbände wichtige Partner.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher des Diakonischen Werks evangelischer Kirchen in Niedersachsen teilnahm, bestimmten insbesondere Fragen danach, was Unternehmen brauchen, um soziale Innovationen zu initiieren, die angeregte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Lenke unterstrich: „Diakonie ist quasi aus der Entstehungsgeschichte innovativ. Dazu verpflichtet uns die mehr als 150-jährige Geschichte der Einrichtungs-, bzw. Unternehmensdiakonie. Sie hat sich immer von den Nöten der Gegenwart anregen lassen, Lösungen für die Zukunft zu suchen.“

Pannen wurde konkret und regte an: „Lasst uns auch im Osnabrücker Land ein Zentrum sozialer Innovationen gründen!“ Er fragte die teilnehmenden Experten kritisch: „Warum denken wir bei Startups eigentlich nur an Entwicklungen der IT-Branche und nicht an soziale Arbeit?“

In einem Labor für soziales Unternehmertum in der Region Osnabrück könnten die besten Lösungen für Probleme der Menschen von morgen generiert werden. „Dazu braucht es aber einer Kraftanstrengung vieler“, ist sich Pannen sicher und formuliert die Aufgabe: „Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Kommunen und Unternehmer unterschiedlicher Branchen müssten daran Interesse haben und zusammenarbeiten.“

Um weiterhin soziale Innovationen entwickeln zu können, brauche die Diakonie allerdings ausreichend freie Ressourcen. Dass diese zu erzielen immer schwieriger werde, darin waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

Der Abend endete nach einem gemeinsamen Imbiss, der Gelegenheit für viele interessante Gespräche und Begegnungen bot. „Ich freue mich über den inhaltlich so wertvollen Abend und damit gelungenen Austausch. Eine Fortsetzung dieser Reihe, mit der wir unsere Präsenz im Landkreis Osnabrück stärken wollen, ist bereits geplant“, schließt Pannen.

Begrüßungsrede von Herrn Pannen

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