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Ein Gewinn für beide Seiten – Geflüchtete arbeiten ehrenamtlich mit Senioren

Sie stammen aus unterschiedlichen Kontinenten und gehören verschiedenen Generationen an. Doch wenn sich die Ehrenamtlichen Mohammed Alkhani und Mohammed Abdulla im Hermann-Bonnus-Haus mit den Bewohnerinnen und Bewohnern treffen, ist die Freude auf beiden Seiten groß.

Seit Januar verbringen die beiden Geflüchteten ein- bis zweimal in der Woche Zeit mit den Senioren in der vom Diakoniewerk Osnabrück betriebenen Pflegeeinrichtung an der Rheiner Landstraße.
Vermittelt hat ihnen die freiwillige Tätigkeit die Freiwilligen-Agentur der Stadt Osnabrück. Deren Mitarbeiter Raphael Dombrowski hatte auf dem HochschulInformationstag in der Hochschule das Projekt NeuOsnabrücker Willkommen vorgestellt, das sich zum Ziel gesetzt hat, Geflüchtete in Ehrenämter zu vermitteln. Der 26-jährige Syrer Alkhani und der 30-jährige Sudanese Abdulla, die den Vortrag gehört hatten, zeigten besonderes Interesse an der Arbeit mit Senioren. „Da wir in engem Austausch mit dem Hermann-Bonnus-Haus stehen, konnten wir den Kontakt herstellen“, so Dombrowski.

Dort sind die Geflüchteten gut aufgehoben. „Wir haben den beiden jeweils eine Mitarbeiterin als Ansprechpartnerin zur Seite gestellt“, sagt Angelika Dreier vom begleitenden sozialen Dienst der Einrichtung. So ist eine Win-winSituation entstanden. „Unsere Bewohner – besonders die Damen – freuen sich immer auf die Besuche der Freiwilligen“, sagt Manuela Ziegler, die Begleiterin von Mohammed Abdulla. Die Geflüchteten und die Senioren verbringen Zeit miteinander, trinken Kaffee, gehen spazieren, plaudern oder spielen Gesellschaftsspiele. „Das ist für uns sehr wichtig, weil wir so die Sprache noch besser lernen können“, sagt Abdulla, der wie Alkhani kaum noch Probleme hat, sich auf Deutsch mit den Bewohnern zu unterhalten. So lesen beide den Senioren sogar hin und wieder etwas vor. „Mohammed Abdulla bringt gerne Märchenbücher mit“, sagt Angelika Dreier. Ihr ist wichtig, dass die jungen Männer im Hermann-Bonnus-Haus selbst gut betreut werden und ihnen stets Ansprechpartner zur Seite stehen. „Wir haben uns gefreut, als die Anfrage kam, haben die Anzahl aber bewusst auf zwei begrenzt“, betont Dreier. „Dadurch können wir uns um die Ehrenamtlichen kümmern und ihre Fragen beantworten.“

Auch Eckhard Mönkehof, Leiter der Einrichtung, ist voll des Lobes für die jungen Männer, die seit zwei beziehungsweise drei Jahren in Deutschland leben. „Beide haben eine sehr positive Ausstrahlung“, sagt er und unterstreicht: „Das ist auch und gerade im Umgang mit demenzkranken Menschen enorm wichtig.“ Mönkehof schätzt die Offenheit, mit der Alkhani und Abdulla von Anfang an auf die Bewohner und Mitarbeiter des Hermann-Bonnus-Hauses zugegangen sind. „Wer wie sie Lust auf den Umgang mit Menschen hat, ist in der Pflege gut aufgehoben.“
Im Rahmen des Projektes NeuOsnabrücker Willkommen hat die FreiwilligenAgentur bislang rund 40 Geflüchtete in verschiedene Ehrenämter vermittelt. Zu Beginn des Jahres haben Colin Partington und Nathalie Albrecht, die Bundesfreiwilligendienstler der Agentur das Projekt zusammen mit Geflüchteten in einem Film vorgestellt. Der Film ist auf der Homepage der Stadt abrufbar: https://www.osnabrueck.de/neu-osnabruecker

Stadt Osnabrück / 02.07.2018

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