Zum Inhalt springen

Sie sind hier:

Diakonie Osnabrück spricht sich gegen Neustart der Bundesliga aus – Keine Tests für Bundesligaspiele vergeuden

Die Diakonie Osnabrück Stadt und Land ist entsetzt über die Diskussion zum Neustart der Fußball-Bundesliga. In den Pflegeheimen und Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete werden Mitarbeitende und Bewohnerinnen und Bewohner nicht getestet, weil es kein ausreichendes Material gäbe. Da sei es ein Skandal, überhaupt daran zu denken, für den Sport Testmaterial zu verschwenden.

„Die Diskussion um den Neustart der Fußball-Bundesliga kommt zur Unzeit“, sagt Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück Stadt und Land. „Wir brauchen zunächst ausreichend Testkapazität in unseren Pflegeheimen und Gemeinschaftsunterkünften, bevor man 20.000 Tests für die Bundesliga vergeudet.“ Noch immer käme es vor, dass Mitarbeitende der Diakonie, die sogenannte respiratorische Symptome zeigten, zu hören bekommen, dass sie nicht getestet würden. „Oft wird dabei auf fehlendes Material verwiesen“, weiß Pannen zu berichten. Es sei ein Skandal, überhaupt in Erwägung zu ziehen, diese hohe Anzahl von Tests für den Sport zur Verfügung zu stellen. „Spendenaktionen von Profispielern zugunsten von Betroffenen der Pandemie verlieren ihre Glaubwürdigkeit, wenn Schutz- und Testmaterial in dieser Zeit sinnlos verschwendet werden.“

Zudem sei nicht zu vermitteln, warum Spiel- und Fußballplätze für Kinder und Jugendliche gesperrt werden, die dringend Orte der körperlichen Betätigung benötigen. „Hier nimmt man in Kauf, dass die Kinder aus den Kitas und die Jugendlichen, die wir in Beratungen begleiten, sich nicht angemessen austoben können. Aber im Fernsehen umarmen sich Lewandowski und Müller nach einem erzielten Tor. Das ist absurd!“

Hinzu kommt, dass Hunderttausende angesichts von Kurzarbeit und betriebsbedingten Kündigungen um ihre Existenz fürchten, wie wäre es denen zu erklären, dass Profifußballer mit weitaus höherem Einkommen arbeiten dürfen?

OS-Radio 104,8 Inteview mit Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück Stadt und Land

Zurück zum Seitenanfang