Zum Inhalt springen

Sie sind hier:

Diakonie Osnabrück begrüßt Urteil zur Sterbehilfe und ruft zur verantwortlichen Ausgestaltung auf „Freiheit und Verantwortung“ fordern Gesetzgeber und Diakonie heraus

„Selbstbestimmung und Freiheit sind zentrale Werte der christlichen Botschaft. Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil zur sogenannten geschäftsmäßigen Sterbehilfe diese Werte gestärkt. Ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, bedeutet auch, die Art und Weise des Sterbens gestalten zu können. Insofern ist das Urteil zu begrüßen“, sagt Friedemann Pannen, theologischer Geschäftsführer der Diakonie Osnabrück Stadt und Land.

Mit den geforderten gesetzgeberischen Ausgestaltungen werde es durch das jüngste Sterbehilfeurteil auch Rechtssicherheit für die Ärzteschaft geben, insbesondere für die Palliativmedizinerinnen und -mediziner. Diese handelten bisher oft in einer rechtlichen Grauzone. Auch die Berufsordnungen haben den Handlungsspielraum der Ärzteschaft deutlich eingeschränkt, was zukünftig sicher verändert werden müsse.

„Es besteht aber nunmehr die gesellschaftliche Verantwortung, zu verhindern, dass organisierte Beihilfe zur Selbsttötung zu einer Normalisierung des Suizids führt“, so Pannen. Solche Wege müssen verfassungsgemäß gestaltet werden. Dazu könne es z.B. gehören, dass eine verpflichtende Beratung eingeführt werde, ähnlich wie beim Schwangerschaftsabbruch. Außerdem dürfe durch neue Regelungen kein gesellschaftlicher Druck auf schwerstkranke Menschen ausgeübt werden, ihrem Leben selbst ein Ende zu setzen.

Das jüdisch-christliche Tötungsverbot fordert dazu heraus, neben Selbstbestimmung und Freiheit auch den Wert der Verantwortung zu stärken.

Zur Verantwortung der Diakonie gehöre es, die Hospiz- und Palliativarbeit aktiv zu gestalten. „Das haben wir in unseren Einrichtungen der Altenhilfe seit Jahren bereits getan“, sagt Sabine Weber, die für das Geschäftsfeld Altenhilfe zuständige Geschäftsführerin der Diakonie Osnabrück. „Wir haben in allen unseren Einrichtungen Schulungen der Mitarbeitenden zur Palliativarbeit durchgeführt. In allen Einrichtungen der Diakonie ist der hospizliche und palliative Gedanke in der Arbeit verankert.“ Außerdem arbeite man nicht nur mit niedergelassenen Palliativmedizinerinnen und -medizinern eng zusammen, sondern auch mit dem Osnabrücker Hospiz und im Rahmen der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung.

„Es bleibt die Aufgabe für die Diakonie, Menschen im Sterben zu begleiten, Schmerzen lindern zu helfen und Leben bis zuletzt zu ermöglichen“, so Pannen. „Daran ändert auch nichts, wenn es in klar definierter Weise möglich wird, Beihilfe zum Suizid zu leisten.“

Zurück zum Seitenanfang