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„Brauchen eine Kultur des Hinschauens“ – ON-Weihnachtsaktion „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ hat prominente Fürsprecher

Aufklären, hinsehen, handeln – so können Leben gerettet werden. Wer häusliche Gewalt verhindern möchte, muss das Thema aus der Tabuzone holen und Vorurteile abbauen. Ebenso wichtig ist die Unterstützung der betroffenen Familien. Das bestätigen auch Fachleute und Persönlichkeiten aus Stadt und Landkreis Osnabrück, die sich regelmäßig mit diesem Thema befassen.

Häusliche Gewalt ist ein Thema, bei dem viele Menschen lieber wegsehen. Weil sie sich nicht einmischen möchten oder weil sie sich nicht mit den psychischen und körperlichen Übergriffen auseinandersetzen möchten, zu denen es tagtäglich auch in Stadt und Landkreis Osnabrück kommt – 1150 Fälle waren es hier allein im Jahr 2017. Deshalb unterstützt die ON-Weihnachtsaktion „Gemeinsam gegen häusliche Gewalt“ in diesem Jahr die Aufklärungsarbeit in der Ausstellung „Rosenstraße 76“, die Beratungs- und Interventionsstellen (BISS), welche Opfer von häuslicher Gewalt gezielt beraten und unterstützen, sowie die präventive Täterarbeit des Fachzentrums Faust der Diakonie Osnabrück.

Boris Pistorius niedersäch-sischer Innenminister und Schirmherr der Ausstellung „Rosenstraße 76“:

„Häusliche Gewalt ist in jeder Schicht unserer Gesellschaft präsent. Gewalt in den eigenen Wänden kann und darf jedoch niemals Privatsache sein. Es ist daher ungemein wichtig, durch Aufklärung und Präventionsmaßnahmen immer wieder die Tragweite dieser Problematik zu verdeutlichen. Wir alle dürfen auch dann nicht wegschauen, wenn Straftaten hinter verschlossener Tür begangen werden. Was wir brauchen, ist eine Kultur des Hinschauens und den engen Schulterschluss von gesellschaftlichen Akteuren und Sicherheitsbehörden – wie wir es in Osnabrück bereits vielfach erleben.“

Michael Maßmann, Polizeipräsident Osnabrück:

„Ich freue mich, dass die ON mit ihrer Spendenaktion die Bekämpfung der häuslichen Gewalt unterstützt. Die vielen Aktivitäten der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen in diesem Problemfeld sind in Osnabrück besonders gut vernetzt und haben deshalb eine hohe Wirksamkeit. Für uns von der Polizei wäre dieser wichtige Bereich unserer Präventionsarbeit ohne die vielfältigen Kooperationen nicht oder nur sehr eingeschränkt machbar.“

Monika Schulte, Gleichstellungsbeauftragte Landkreis :

„Häufig wird beim Thema häusliche Gewalt geglaubt, dass es nur andere betrifft, dass es im eigenen Umfeld keine wesentliche Rolle spielt. Aber die Zahlen zeigen: Mit jährlich über 1100 angezeigten Fällen von häuslicher Gewalt im Landkreis und der Stadt Osnabrück ist das Thema direkt in unserer unmittelbaren Umgebung, alle können betroffen sein. Nur wenn die Menschen gut informiert sind und die Hilfsangebote kennen, gelingt es, das enorme Dunkelfeld zu erfassen und die Gewaltspirale zu durchbrechen.“

Friedemann Pannen, Geschäftsführer Diakonie Osnabrück Stadt und Land :

„Häusliche Gewalt geht uns alle an. Fast 140000 überwiegend Frauen wurden in 2017 von ihrem Partner misshandelt. Häusliche Gewalt zieht sich durch alle gesellschaftlichen Gruppen. Wir müssen darüber reden, wenn wir etwas ändern wollen. Das Projekt Rosenstraße 76 der Diakonie Osnabrück zeigt Auswege auf. Über 6000 Besucher, meist Schülerinnen und Schüler, haben die Dauerausstellung bereits besichtigt. Sie werden ermutigt, Gewalterfahrungen auszusprechen und anzuzeigen. Sie üben ein, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass alle Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Landkreis Osnabrück sich im Laufe ihrer Schulzeit mit diesem Thema auseinandersetzen. Ihr Geld verbessert das Zusammenleben in unserer Stadt und Region!

Katja Weber-Khan, Gleichstellungsbeauftragte Stadt Osnabrück:

„Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Osnabrück
freue ich mich ganz besonders, dass die ON-Weihnachtsaktion dieses Jahr das Thema „Häusliche Gewalt“ aufgegriffen hat, denn nur durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit kann es gelingen, das Thema aus der Tabuzone zu holen und ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür zu schaffen. Die finanzielle Unterstützung der Projekte in den Bereichen Prävention („Rosenstraße 76“), Täterarbeit (FAUST) sowie Beratung und Intervention bei häuslicher Gewalt (BISS) trägt zudem wesentlich dazu bei, dass diese ihre so wichtige und hervorragende Arbeit fortsetzen und aktuellen Ansprüchen gerecht werden können.“

Osnabrücker Nachrichten am Sonntag Osnabrück und Region / 13.01.2019

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