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44,2 Mio. Euro werden pro Monat an Geldautomaten in Niedersachsen verspielt – Schreddern wäre eine Alternative

Die Diakonie Suchtberatungsstelle in Georgsmarienhütte wird anlässlich des bundesweiten Glücksspielsucht-Aktionstages am Freitag, 27. September, von 13 bis 18 Uhr, auf dem Oeseder Wochenmarkt mit einer besonders auffälligen Maßnahme auftreten und demonstrieren, dass verspieltes Geld dem Schreddern von Scheinen gleichkommt.

Das Geschäft mit dem Glücksspiel floriert. Allein in Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr 530,1 Mio. € an Geldspielautomaten verspielt, das bedeutet einen monatlichen Spieleinsatz von 44,2 Mio € bzw. 1,5 Mio € pro Tag.

Mit dem Motto „Schreddern wäre eine Alternative“ machen in Niedersachsen die 24 Suchtberatungsstellen, unter anderem die Suchtberatungsstelle Georgsmarienhütte der Diakonie Osnabrück, mit einer Fachkraft für Glücksspielsuchtprävention und -beratung auf diese hohen Summen aufmerksam. Große Bündel aus einzelnen Papierscheinen werden in einen Schredder gesteckt und kommen als wertlose Papierstreifen wieder zum Vorschein. Auf der Vorderseite des Papierscheins ist das Abbild eines 500,- Euroscheines zu sehen. Damit sollen die Bürgerinnen und Bürger zur Diskussion über das Glücksspielen angeregt werden.

Mit dieser Aktion nimmt Niedersachsen an dem bundesweiten Aktionstag „Glücksspielsucht“ teil und will auf ein Thema aufmerksam machen, das mit seinen Risiken immer noch verkannt wird: Das Spielen um Geld ist für eine große Zahl der Menschen eine Form der Unterhaltungund Freizeitgestaltung. Ein Teil der Spieler aber entwickelt jedoch ein riskantes Spielverhalten und verliert dabei die Kontrolle über das Glücksspiel. „Die Zahlen der Glücksspielabhängigen sind besorgniserregend und erfordern ein breites Beratungs- und Behandlungsangebot für Betroffene und deren Angehörige“ berichtet Martina Kuhnt von der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS). In Niedersachsen können rund 51.000 Menschen als glücksspielsüchtig, bzw. -suchtgefährdet bezeichnet werden. Von den krankhaften Glücksspielen sind vorwiegend Männer (90%) betroffen, meist im Alter zwischen 20 und 45 Jahren. Besonders anfällig sind diejenigen, die bereits im Jugendalter mit dem Glücksspielen angefangen haben.

Die Wissenschaft weist den verschiedenen Glücksspielformen unterschiedliche Suchtpotenziale zu. So sind beispielsweise Geldspielgeräte in Spielhallen und gastronomischen Betrieben besonders risikoreich. Dies bildet sich auch in der Beratungspraxis ab: Über 80% der Personen, die in die niedersächsischen Beratungsstellen kommen, sind von Geldspielautomaten abhängig und haben dabei nicht nur die Kontrolle über das Glücksspiel verloren. Das verspielte Geld und die Konsequenzen daraus haben bereits viele Familien ruiniert. Sie leiden unter den weitreichenden negativen psychosozialen und materiellen Folgen wie hohen Spielschulden, wirtschaftlicher und sozialer Notlage bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes. Allein im Jahr 2018 haben sich in Niedersachsen mehr als 1.400 Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen in den Suchtberatungsstellen beraten lassen.
Um den Weg in die Glücksspielsucht zu vermeiden sowie den bereits Betroffenen wie auch Angehörigen Hilfen anbieten zu können, hat das Land Niedersachsen 2008 an 24 Standorten Fachkräfte für Glücksspielsuchtprävention und -beratung in das bestehende Suchthilfesystem integriert.

Suchtberatungsstelle Georgsmarienhütte:
Nicole Müller, Suchtberatungsstelle Georgsmarienhütte
Am Kasinopark 13, 49124 Georgsmarienhütte
Telefon: 05401-36587-10
E-Mail: nicole.mueller@remove-this.diakonie-os.de
www.suchtberatungsstelle.de

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